Meine Bücher-Top 10 2025

Letztes Jahr habe ich soviel gelesen wie schon lange nicht mehr, wofür ich vor allem diversen Booktubern wie auch den beiden Discord-Kanälen zu danken habe, die mich mit mehr grandiosen Vorschlägen zuschmeißen, als ein normaler Mensch auch nur ansatzweise lesen kann. Ich will zwar noch besser werden, aber so langsam schickt sich das Lesen an, wieder mein Hobby Nummer 1 zu werden, von daher freue ich schon sehr darauf, was das neue Jahr so bringen wird, und hoffe auch, auf diese Weise meinen Blog wieder zum Leben zu erwecken (vor allem über Rezensionen der von mir gelesenen Bücher).

Den Anfang macht aber ein Rückblick auf das vergangene Jahr. Ich hab mal versucht, meine Lieblingsbücher zu ranken, wobei ich pro Autor nur ein Buch ausgewählt habe, um eine gewisse Vielfalt beizubehalten.

Platz 10 – Brandon Sanderson – Die Worte des Lichts

Ich hab letztes Jahr mit den Sturmlicht-Chroniken angefangen und wollte die eigentlich auch komplett durchlesen, bin aber kläglich gescheitert, da ich einer anderen Serie die Prioriität gegeben habe. Ich hätte hier quasi jeden der ersten drei Teile nennen können, da die Serie mir ausgesprochen gut gefällt, gebe dem dritten Teil aber den Vorzug, weil man hier erstmals Einblicke in das große ganze erhält, auch wenn ich noch weit davon entfernt bin, alles zu verstehen. Schöne epische Fantasy, die ich wie jeden der bisherigen Teile mit 4 Sternen belohnt habe.

Platz 9 – RF Kuang – Katabasis

Eine Reise durch die Kreise der Hölle, angelehnt an Dantes Inferno und gespickt mit Kritik am (britischen) Universitätssystem. Ich hatte eine Menge Spass daran, die vielen Referenzen nachzugoogeln, die die Autorin hier hineingepackt hat, kann aber verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist. Warum zur Hölle (Pun intended) das Buch allerdings teilweise als Romantasy angepriesen wurde, erschließt sich mir nicht im geringsten und wird dem Werk auch keinesfalls gerecht. Sehr vergnüglich und gedankenanregend, ebenfalls 4 Sterne.

Platz 8 – James Islington – The Will of the Many

Dass das Buch bei mir so „schlecht“ abschneidet, hat mich fast am meisten überrascht, ist aber ein Hinweis darauf, wie gut mein Lesejahr gewesen ist. Ich bin absolut kein Fan von Romanen, die in der 1. Person Präsens geschrieben sind, hab das hier aber schon nach kurzer Zeit völlig vergessen gehabt. Vis, die Hauptfigur, ist für meinen Geschmack ein wenig zu überkompetent beschrieben, andererseits würde auch nur eine außergewöhnliche Persönlichkeit die vielen Herausforderungen bestehen, denen er sich im Verlauf des Romans gegenübersteht. Und das Ende ist mit Sicherheit der beste Cliffhanger, dem ich 2025 begegnet bin, das war absolut herausrragend. Auch dieses Buch über das Überleben in einer streng hierarchisch, römisch inspirierten Welt hat die 4 Sterne mehr als verdient.

Platz 7 – John Bierce – The City that would eat the World

Dieses Buch hab ich mir eigentlich nur ausgesucht gehabt, weil das Cover mich so sehr an die von mir geliebten Terry Pratchett-Romane erinnert haben. Und was soll ich sagen, ich hatte beim Lesen fast genauso viel Spass wie bei seinen Werken. Eine Stadt, die ständig am Wachsen ist, getrieben von einer Religion, die streng ökonomisiert ist und keinerlei Rücksicht auf die wirtschaftlichen und ökologischen Konsequenzen nimmt, die das auf die Umwelt nimmt. 2 völlig unwahrscheinliche Helden, die eine Zufallsbegegnung zusammenbringt und die fast den ganzen Roman über auf der Flucht vor denjenigen sind, die ihnen das Artefakt abnehmen wollen. Rasant geschrieben, mit etwas ungewöhnlicher Struktur, weil der Autor immer wieder Rückblenden einbaut, die einem bestimmte Aspekte der Welt und ihrer Geschichte näherbringen und die Hauptcharaktere besser verstehen lassen, mit einer sehr hohen Dosis an Pratchett-ähnlichem Humor. Auch vier Sterne, aber so langsam wird es echt knapp, ab 4,5 würde ich aufrunden, also eher so 4.48 🙂

Platz 6 – Philip Chase – While Darkness Gathers

Philip Chase hat sich 2024 mit seiner Edan-Trilogie unmittelbar in die Riege meiner absoluten Lieblingsautoren hochgeschossen, von daher was es klar, dass ich den hier vorliegenden Epilog in Buchform sofort verschlingen würde. Ich nenne es Epilog, weil es viele der Themen aus der Trilogie nochmal aufgreift, ein paar lose Fäden hineinwebt und weil fast alle Charaktere immer noch unter dem Eindruck der dortigen Ereignisse stehen und diese immer noch sehr stark reflektieren. Zum Glück gibt es ein paar jüngere und neue Charaktere, die die eigentliche Handlung antreiben. Und einen Bösewicht, der im Laufe des Romans zu einem großartigen, ehrenvoll handelnden Protagonisten heranreift. Für mich ist das Buch das Äquivalent zu den Abschlusskapiteln in Tolkiens Herr der Ringe, ganz großartig geschriebenes, bittersüsses Ende einer grandiosen Trilogie, allerdings fehlt mir alleinstehend in Buchform das kleine I-tüpfelchen an Eigenständigkeit, um die 5 Sterne zu verdienen. Sollte auf keinen Fall vor der Trilogie gelesen werden.

Platz 5 – Robert Jackson Bennett – The Tainted Cup

Spätestens hier befinden wir uns aber im 5-Sterne-Land, und bis auf den ersten Platz könnte sich das Ranking je nach Tagesform auch umkehren, die kommenden Romane nehmen sich alle nichts. Bennett hat hier einen ganz vergnüglichen Detektiv-Roman um ein grandioses Ermittlerpaar geschrieben, die es mit den großen Vorbildern Holmes & Watson locker aufnehmen können. Das ganze in eine Fantasy-Welt gepackt, die in Bennett-typischer Magie einen guten Schuss Science hinzufügt. Ich hatte selten so viel Spaß wie beim gemeinsamen Lesen dieses Buchs in der Buchgruppe von Phantastische Zeit, und freue mich wirklich darüber, dass Bennett nun über die hochverdienten Preise (Hugo, World Fantasy) auch im Mainstream angekommen zu sein scheint.

Platz 4 – Daniel Abraham – A Shadow in Summer

Das hier ist für mich die größte Überraschung im vergangenen Jahr. Ich habe es ebenfalls im Rahmen einer Buchgruppe (diesmal die von Nerd Level Rising) gelesen, und war zu Beginn etwa skeptisch, weil ich den ersten Band von The Expanse (an der Abraham ja mitgeschrieben hat) stilistisch gar nicht mal so gut fand. Hier aber liebe ich die Prosa, die sich für mich ähnlich anfühlt wie die Stimmung in den mir bekannten Wuxia-Filmen (wie Tiger & Dragon, oder , für die älteren, A Chines Ghost Story), voller Melancholie und Tragik. Abraham nimmt sich sehr viel Zeit für die Geschichte, es gibt kaum Action, allerdings schafft er es, die Spannung konstant hoch zu halten, zumal der Leser ziemlich schnell weiß, um was es eigentlich geht, während die Hauptcharaktere völlig ahnungslos in die Katastrophe schlittern. Und ich habe selten einen Schurken gelesen, mit dem man gleichzeitig so viel Mitgefühl hat,obwohl seine Taten abgrundtief verachtenswürdig sind (und das Buch unbedingt mit einer Inhaltswarnung zum Thema Abtreibung versehen sein sollte). Der Nachfolgeband, A Betrayal in Winter, ist jedenfalls das Buch, mit dem entgegen jeder ursprünglichen Absicht das Jahr 26 begonnen habe, so gut hat mir der Erstling gefallen.

Platz 3 – Susanna Clarke – Piranesi

Das wohl merkwürdigste Buch, dass ich 2025 gelesen habe, und dass ich eher im Bereich des magischen Realismus als der traditionellen Fantasy ansiedeln würde. Ein Mann ohne Erinnerung, in einem Haus mit unendlich vielen Räumen, ein Tagebuch, in dem er seine Erlebnisse festhält, und in dem ganze Seiten zu fehlen scheinen, ein mysteriöser Fremder, der seinen einzigen lebenden Kontakt darstellt und der mehr zu wissen scheint als er. Der Leser hat zu Beginn nicht den leisesten Schimmer, um was es hier eigentlich geht, nur ganz langsam beginnt sich etwas wie ein roter Faden zu bilden, und das Ende lässt einiges an Fragen offen. Belohnt wird man mit wunderschöner, faszienierender Prosa an der Grenze zur Poesie und einer Geschichte, die noch lange im Gedächtnis bleibt. Ein wunderbar herausforderndes Leseerlebnis.

Platz 2 – Jen Williams – Titanchild

Titanchild ist der Abschlussband der Titan Duology. Epische Fantasy (wie bei Bennett mit einem Schuss Science), in der ein kontinentales Imperium einer druidischen, sehr vom alten Britannien inspirierten Insel kurz vor einer möglichen Invasion gegenübersteht. Eine Soldatin mit übermenschlichen Fähigkeiten, die auf der Suche nach ihrer Vergangenheit zu eben dieser Insel reist. Ein Druide, der eine Bedrohung spürt, die ihm niemand glauben will, und ebendieser Soldatin als Aufpasser zugeordnet wird. Eine junge Frau, die unter Greifen aufwächst und deren sehnlichster Wunsch ist, fliegen zu können, der aber ein völlig anderes Schicksal bevorsteht. Und ein Auftragsmörder und Spion, der im Auftrag des Imperiums eine Reise unternimmt und damit ein Verhängnis heraufbeschwört, das geeignet ist, die ganze Welt zu zerstören.

Und ja ich verspreche, dass das alles zusammen komplett Sinn ergibt. Darüber hinaus ist es hochspannend geschrieben. Ich habe schon Williams Winnowing Flame-Trilogie geliebt, und das hier ist, Wort für Wort, mindestens genauso gut. Inzwischen wissen wir ja, dass die Duologie dank des Ronin-Hörbuchverlags auch auf Deutsch erscheinen soll, dann werd ich die Reihe definitiv nochmal lesen.

Platz 1 – Christopher Ruocchio – Kingdoms of Death

Die Suneater-Reihe war im Jahr 2025 sicher mein bestes Leseerlebnis. Eine Jahrhunderte währende Space Opera in weit entfernter Zukunft, geschrieben aus der Sicht von Hadrian Marlowe, der einen interstellaren Konflikt zwischen der Menschheit und den Cielcin nicht nur miterlebt, sondern auch an vorderster Front mitgestaltet (und beendet) hat. Ich liebe die komplette Serie, der vierte Band hat mich aber auf eine Art und Weise emotional mitgenommen und fertig gemacht, wie ich es selten bei einem Buch erlebt habe. Für mich der absolute Höhepunkt der Reihe, auch wenn ich den letzten Band noch lesen muss. Leider sind auf Deutsch ja nur die ersten drei Bände erschienen, was echt eine Schande ist. Jedenfalls mit Abstand meine Nummer 1 in diesem Jahr, und der Grund, warum ich nur 1 Buch pro Autor ausgesucht habe, sonst würde diese Liste ganz anders aussehen.

Ein Neuanfang(?)

Es ist fast ein Jahr her, dass ich den letzten Post gesetzt hab (und auch die Jahre davor war ich hier nur sehr sporadisch unterwegs), und während ich (wie immer) natürlich Pläne habe, halte ich mich mit Ankündigungen lieber zurück und schau erst mal, ob ich meine kleine Plattform hier wieder regelmäßig mit Inhalten befüllen werde. Es sei nur so viel gesagt, dass Rollenspiel immer weniger im Fokus meiner Freizeitgestaltung steht, und ich mich dafür wieder mehr dem Lesen zugewandt habe. Musik spielt natürlich grundsätzlich eine wichtige Rolle, für den Anfang werde ich also wahrscheinlich vor allem Buch-, vielleicht auch Musikrezis posten.

In der letzten Zeit hab ich mal wieder meine Regale und meinen Kindle auf der Suche nach den vielen Büchern durchforstet, die ich bereits besitze, aber noch nicht gelesen habe. Außerdem versuche ich gerade, etwas Ordnung in meine Goodreads-TBR zu bringen. Gleichzeitig habe ich gerade meinen Leseplan für den Rest des Jahres erstellt. Der ist, um ehrlich zu sein, völlig überambitioniert und wird vermutlich noch die ein oder andere Änderung aufgrund von Neuerscheinungen haben, die ich gerade nicht auf dem Schirm habe. Meine Hoffnung ist, dass der Plan mich dazu motiviert, dem Lesen mehr Zeit zu widmen, ich werd mich aber bestimmt nicht auspeitschen, wenn ich, was wahrscheinlicher ist, nur einen Teil der Bücher zu lesen bekomme. Wirklich vorgenommen habe ich mir eigentlich nur, dieses Jahr noch die Sturmlichtchroniken von Brandon Sanderson und die Suneater-Saga von Christopher Ruocchio durchzubekommen, und dass sollte ich in jedem Fall hinbekommen.

Im Moment lese ich gerade den ersten Band der Talon-Duologie von Jen Williams, Talonsister, eine in Deutschland viel zu sehr unter dem Radar fahrende fantastische Schriftstellerin, die für ihre Bücher schon mehrfach für die British Fantasy Awards nominiert bzw. damit ausgezeichnet wurde. Für den Monat August sieht mein Leseplan dann folgendermaßen aus:

Christopher RuocchioTales of the Suneater, Vol. 1
Jen WilliamsTitanchild (Talon 2)
Christopher RuocchioDemon in White (Suneater 3)
Cormac McCarthyAll the Pretty Horses
Brandon SandersonDie Worte des Lichts (Sturmlicht 3)
Brandon SandersonDie Stürme des Zorns (Sturmlicht 4)
Julie LeongDie Wahrsagerin kleiner Schicksale
Brandon SandersonDas Herz der Sonne
Molly O’NeilWaterwitch
Nicola GriffithHild
Sarah Rees BrennanLong Live Evil
Becky ChambersDer lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Becky ChambersZwischen zwei Sternen
Becky ChambersUnter uns die Nacht
Becky ChambersDie Galaxie und das Licht darin
Kate ElliottThe Witch Road

Die Mischung aus englischen und deutschsprachigen Büchern hängt übrigens einfach davon ab, in welcher Sprache ich die Bücher lesen will, wobei das manchmal täuschen kann, wenn der deutsche Verlag die Übersetzung mit dem Originaltitel belässt oder, wie bei Waterwitch, durch einen anderen englischsprachigen Titel ersetzt. Ich lese gerne im Original, würde aber die deutschen Verlage auch gerne ermutigen, nicht nur Romantasy zu übersetzen und zu veröffentlichen, und das geht halt nur, wenn man dafür auch ein bissl Geld auszugeben bereit ist. Die Liste ist bereits priorisiert, die ersten 6 Einträge sind das, was ich im August auf alle Fälle lesen will, der Rest fällt dann schon in die Kategorie „Wenn’s gut läuft“.

Und nebenbei höre ich mich gerade durch das diese Woche neu erschienene Album von Shadecrown mit dem einfachen Titel „0“, eine mir bis dato unbekannte Band aus Finnland, die mit ihrer Mischung aus sehr melodiösen Doom Death mit einigen progressiven Einschlägen bei mir alle wichtigen Boxen tickt. Klingt teilweise wie die ebenfalls finnische Combo Slow Fall, deren vorletztes Album „Obsidian Waves“ bei mir im Jahr 2023 rauf-und runterlief, und vermutlich wird auch dieses Album bei mir noch das ein oder andere Mal über den virtuellen Plattenteller rotieren. Hier ein Ausschnitt:

P.S. Ich hab mich übrigens entschlossen, in Zukunft alle Beiträge auf diesem Blog in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Meine Rezis schreibe ich allerdings typischerweise auf Englisch, die werde ich aus Gründen der Zeitersparnis wahrscheinlich durch ein Übersetzungsprogramm jagen und dann noch einmal überarbeiten, damit sie vernünftig klingen. Falls das gar nicht klappt, drehe ich den Prozess einfach rum, das hängt dann gegebenenfalls vom Feedback ab, dass ich hoffentlich irgendwann bekomme.

[Book Review] James Cox – Grand Theft AI

Grand Theft AI is a debut novel by film and music video director James Cox. I have to admit that I didn’t know anything about him beforehand, but at least 2003‘s Wonderland movie sounds interesting if only for the cast including all-time greats like Val Kilmer and Carrie Fisher. The reason I bring this up is that that flick seems to be known for it’s use of the Rashomon effect, which we also can see in the book happening to an extent, but I’ll come to that.

Grand Theft AI is a dystopian near-future thriller starting out as a heist story, in which a group of societal misfits tries to rob the city’s crime boss in order to finance themselves a good life in a world that has turned against them. Every single person in that book is somehow affected by an event called „The Glitch“, in which the computer intelligence got infected by a virus and robots and androids run amok, murdering over 32.000 people because things got under control again.

I don’t want to go into too much detail here because the book’s full of small chapters detailing the past of the characters, and that’s part of the charm of the book. Baz Corvane is an ex-soldier turned criminal, trying to find a way out of the business and dreaming to live the rest of his live happily on Tahiti. Ria Rose is the fixer for local crime boss Otto Rex who runs The Fang, a disco bar covering his more shady dealings in what goes as drugs in 2051, Narcsoft, basically software on a stick connected to your brain. Long story short, when a deal between Baz and Ria goes wrong, the two decide to plan a heist together to rob Otto blind and then fulfilling their dreams with the money the make out of it. They hire a bunch of other misfits, and then of course a lot of action, surprising turn of events ensue until at the end the story gets completely turned upside down.

As said, the world that is America in 2050 feels very dystopian. Computer Science and AI have improved since our day up to the point that robots and androids became able to take over workload from humanity. And of course that wasn’t used to turn human lives into something better but to further concentrate the wealth into the hands of a few capitalistic assholes, while the rest of humanity was kept at minimum wages and basically treated like useless rabble. When the Glitch happened that got even worse because instead of realizing that maybe it wasn’t that good of an idea to completely rely on AI and robots, those got just dumbed down enough to not be able to be dangerous anymore, even if that meant they weren’t as effective at work as they used to be.

The cover page claims the book as The Matrix meets Blade Runner, but in my opinion that claim holds only partly true. There are surely some similarities to the themes of Blade Runner, especially as it also poses questions about what makes a human human but the Matrix comparison doesn’t really hold true. Yes, humans flee the sad reality by means of Narcsoft, but the world isn’t run by AI (yet) extorting humanity like they did in The Matrix. To me the whole setting feels much more akin to a dystopian Ocean 11 heist story, basically what Shadowrun roleplayers are used to in their adventures. Without magic, elves and orcs of course, but if we really want to talk Matrix, it’s more Shadowrun’s Matrix than those of the Wachowski sisters.

The book itself consists basically of two parts. The first is that mentioned heist story, which also includes introducing the different characters, There’s a lot of exposition with backstory chapters here, but those are pretty seemlessly integrated into the main story so it didn’t bother me to have them and they really helped to understand the characters’ motivations (that even includes Otto Rex, though nothing you learn about him changes the fact that he is a highly intelligent, but murderous and psychopathic SOB.

The the heist happens, and in true Shadowrun fashion (I’m not making that mention without reason, after all), everything turns south very fast, the situation completely changes and suddenly the stakes are much higher than before (basically now it’s about rescuing humanity). Or at least you think that it is, because at the end, when you think you have figured out what everything is all about, the author suddenly turns most of what you thought to be true on it’s head and changes the situation completely again. And then, at the very end, he does it again.

This is where the Rashomon effect comes in I talked about in the beginning. It’s not necessarily that the different PoV’s completely contradict each other so much as that all their perceptions are flawed to a point that doesn’t immediately becomes clear until James Cox springs another surprising revelation unto the reader. And those revelations? Also turn out to be false several times, so you have a very unreliable narrator at work here. What I loved about this book is that Cox doesn’t do that nilly-willy just to mess with the reader, but that for everything there’s areason, only that the protagonists (and with that the reader) can’t see it from where they stand. It’s a very-well crafted several layers of a story, so at least to me, it felt never artificially constructed, but more like a detective would find clues and use them to built a new picture of what happened in a detective story.

Add to that the high-octane nature of the action, and you have barely time to pause to think about why thing’s feel a bit off (which they did, and which I also liked because when the next surprising turn of events happened, it didn’t feel as if they came out of the blue, because you were kinda expecting something to happen.

With all that said, another element of the book I really appreciated is the humanity of the characters. Yes, they are criminals, survivors hardened but also deeply traumatized by the state of the world around them, a very violent bunch of people with tons of trust issues, but they are also driven by a morality you wouldn’t expect to find in this kind of people. They chose their line of work because they had no other option and the world didn’t care about them at all, but the moment they have the chance to do the right thing and maybe make things better, they don’t take the easy way and simply go away, but instead risk everything to do that thing against all odds.

So if you haven’t guessed yet, I really liked the book a lot. It was something totally different from what I use to read these days (which is mostly epic fantasy), so it felt very fresh, even if it used tropes I already now. I also think that the author, because of his career as film maker, has a very visual, immersive style, that made it easy to imagine the scenes described. I also liked the different characters very much, and selling characters is a huge part of me liking a book or not.

Of course there’s also a few nitpicks I have. The first isn’t really a criticism, but it needs to be said that James Cox does a very good job at making this near-future feeling different by the way the character’s speak. AI and Computer science have influenced common language in a way that makes it full of terms and idioms no one uses in 2024. And of course the reality around the characters also shapes the way they talk which makes the world believable from a setting standpoint, but at least to a non-native speaker like me made it also very difficult to follow all the intricacies of what was said. Didn’t make me enjoy the book any less, but it made me reread a few paragraphs several times just to make sure I got everything I needed to understand the story.

What I didn’t really like though was the description of sex in this book. I understand why it’s there, how it is used as a plot device for certain things or to showcase power structures but also how it drives certain characters or even maybe a means of expressing your feelings when you have nearly forgotten that those feelings exist in the first place. I just thought that the way they were done was a bit too pornographic for my taste (and again, it made sense in certain scenes but not so much in others in my opinion) and I’m not even convinced the authors enjoys writing them very much, because quite a few times it felt as if he was going through the motions without really catching the emotions driving the act. It wasn’t at a level that really bothered me, but still, it’s just not my cup of coffee and I could have done without at least a few of those.

And last but not least there’s that one character (Quinn) that I still don’t quite get although he became an immediate favorite of my, basically being an old-time fossile that pretty much would be me 30 years in the future (only with tons more money^^). Maybe I failed to connect a few strings, but I got out of the book and still don’t understand why he even went with making that whole heist endeavor possible when he has basically no stakes in it. I have a few assumptions about that, but given that Quinn is basically the one character who doesn’t get a backstory chapter I’m not sure I’m right at all, and unless the author plans to expand on that in the sequel the book claims he’s writing in the meantime, there’s no way for me to find out at all.

Pretty much minor issues, but it keeps me from going all the way to 5 stars. This said I can imagine rereading it and if that sequel gets published, probably will do so before I dive into the new one. So this book is for anyone who likes high-octane heist stories in a cyberpunk, near-future dystopian setting with a heavy dose of violence and underlying themes about the relationship between humanity and artificial intelligence and what makes a human human. 4 star-read for me.

[FM24] RKC Waalwijk – Das erste Jahr

Vorwort: Ich spiele den Fussballmanager seit 2019, und wollte schon immer mal (wie früher bei Anstoß 2) eine langjährige Karriere starten. Dies ist der nächste Versuch, mal schauen, wie lange ich diesmal bei der Stange bleibe).

Vor einem Jahr hat mein Alter Ego Paul Quasten das Amt des Trainers beim RKC Waalwijk übernommen, nachdem der alte Trainer Henk Freser gerade so den Abstieg vermeiden konnte und infolgedessen entlassen wurde.

Auch von dem neuen Trainer wurde nicht mehr als der Klassenerhalt erwartet, wie sich aber zeigen sollte, übertraf der Saisonverlauf diese Erwartungen um Einiges. Quasten verzichtete darauf, allzuviele Änderungen am Kader vorzunehmen. Für Bakkali (zu Mechelen) und Adewoye (Twente), die beide den Verein verlassen wollten, kamen zur Verstärkung der Innenverteidigung Damon Mirani von Volendam sowie der vereinslose Nachwuchsspieler Henock Ket. Außerdem wurde der Brasilianer Mikael von Salernitana geholt, da sich auch früh abzeichnete, dass Altstürmer Michiel Kramer ebenfalls den Verein wechseln würde (ging im Winter zu Valerenga).

Quasten entschied sich initial für ein assymetrisches System (41131), um seinen Starspieler Mats Seuntjes im offensiven Mittelfeld die Fäden ziehen zu lassen, wechselte allerdings im Winter auf ein traditionelleres 433DM breit, da er trotz der guten Vorrunde befürchtete, dass die systemimmanenten Imbalancen auf Dauer durchschlagen würden.

Wie gesagt verlief die Saison über alle Erwartungen erfolgreich. Zwischenzeitlich stand man sogar auf dem 4. Platz, musste allerdings in der Rückrunde, auch bedingt durch einige Verletzungen, eine schlechte Phase durchstehen und landete am Ende auf dem 6. Platz (ein gegen den RKC gegebener Elfmeter in der 4. Minute der Verlängerung verhinderte einen sensationellen Sieg auswärts bei der PSV Eindhoven und damit die direkte Qualifikation für Europa über den 5. Platz.

So musste Waalwijk nachsitzen, fand aber rechtzeitig zu alter Stärke zurück und konnte mit zwei souveränen Siegen über den FC Twente sowie den AZ Alkmaar die Qualifikation zur Europa Conference League erreichen. Zu Saisonende verließ Rouven Niemeijer, der nie seinen Platz in der Mannschaft finden konnte, nach Vertragsende den Verein, mit dem französischen Innenverteidiger Théo Barbet (von Almere), dem bereits ein Jahr lang ausgeliehenen und nun fest verpflichteten Daouda Weidmann (AC Turin) und dem ablösefreien Jungtorwart Jaimy Kroesen (Feyenoord) kamen dafür die ersten Neuverpflichtungen für die kommende Saison ins Ziel.

Bisher war also alles eitel Sonnenschein, Paul Quasten wurde sogar zum Trainer der Saison gewählt. Wichtig wird es nun sein, sich trotz der Zusatzbelastung des europäischen Wettbewerbs weiter in der Liga zu etablieren und das Team und den Verein sukzessive zu verstärken. Zu diesem Zwecke werden sowohl die Jugendeinrichtungen als auch das Nachwuchsrekrutierungsnetzwerk ausgebaut, um stärker an den vielen starken holländischen Jungtalenten zu partizipieren. Außerdem wurde das Scouting über die Niederlande hinaus auf Mitteleuropa ausgedehnt und mit Andreas Möller ein neuer Sportdirektor etabliert, der hoffentlich mit seinen vielen internationalen Kontakten die Zugkraft des Vereins zu verstärken helfen kann.

Allerdings weckt der Erfolg Begehrlichkeiten auch bei den eigenen Spielern. Linksverteidiger Thierry Lutonda war so enttäuscht über den verpassten 5. Platz, dass er nun unbedingt den Verein wechseln will. Auch andere Stammspieler wie Offensivstar Mats Seuntjens und Rechtsverteidiger Julain Lelieveld haben bereits angekündigt, ihre Optionen prüfen zu wollen, da am Ende der kommenden Saison ihre Verträge auslaufen werden. Und zu allem Übel hat Seuntjens sich in der Vorbereitung einen Knöchelbruch zugezogen und fällt damit für die ersten Monate der neuen Saison komplett aus. Man darf gespannt sein, ob Trainer Paul Quasten den wohl anstehenden Umbau der Mannschaft ohne größere Leistungseinbrüche moderieren und damit die traditionell schwerere 2. Saison gut bewältigen kann.

[Rezi]X-Men House of X /Power of X

[Kleiner Disclaimer zu Beginn: Im Moment versuche ich einfach nur, meine Schreibmuskeln wieder ins Laufen zu bringen. Idealerweise würde das in eine Wiederbelebung dieses Blogs münden, aber versprechen möchte ich zu diesem Zeitpunkt nichts, und ich benutze den Blog nur aus dem Gefühl heraus, dass es die Sache für mich etwas verbindlicher macht, als wenn ich im Stübchen was vor mich hinschreibe.]

Ich hab in meinem letzten Post darüber geschrieben, dass sich die Autoren der neuen Scarlet Witch-Serie nicht allzulange mit der Vergangenheit aufhalten. Aber natürlich gibt es auch dort den ein oder anderen Hinweis auf Ereignisse in anderen Romanen, und während ich diese Storyverlinkungen eigentlich liebe, senden sie mich unweigerlich in die Vergangenheit, um die entsprechenden Romane nachzulesen. Nun hat ja 2019 die Geschichte der X-Men (darum ging es in den entsprechenden Hinweisen) eine ganz neue Richtung genommen, als nämlich Jonathan Hickman das Ruder übernahm, und das X-Men-Universum komplett auf den Kopf stellte. Ich wollte das eh schon immer mal nachlesen, hatte auch schon damit begonnen, bis mich wieder mal andere Dinge davon ablenkten. Im folgenden ein Auszug aus einem bereits älteren, aber nie veröffentlichten Post, der sich mit dem Beginn dieser neuen Ära beschäftigte. Ich bin lesetechnisch schon etwas weiter, der Chronologie halber starte ich aber damit, und hoffe, mich im Laufe der Zeit auf einen neueren Stand zu bringen. Nach wie vor auf Basis der Originalromane über Marvel Unlimited, zumal leider nicht das komplette Programm in deutscher Übersetzung veröffentlicht wurde. Da wo möglich, werde ich natürlich auf die entsprechenden Romane verweisen.

„Und wo wir gerade beim Thema Lesen sind, ich hab mal wieder angefangen, Comics zu lesen, und auf der Suche nach einem guten Startpunkt bin ich bei Jonathan Hickmans Version der X-Men gelandet, die, wenn ich das richtig sehe, im Fandom für einiges Aufsehen gesorgt hat. Hickman hatte für Marvel bereits die Fantastischen Vier zu neuen Höhen geführt, um danach für die Avengers einen viel beachteten Run zu schreiben. Die Erwartungen waren also hoch. Und irgendwie hat er sie auch erfüllt.

Und ja, das klingt nicht ganz so positiv, wie ich ursprünglich mal gedacht hätte, über das Thema zu schreiben. Während Hickman nämlich durchaus seine ganzen Stärken in die Serie packt, hat er es gleichzeitig geschafft, dass ich mich zum ersten Mal in der Geschichte der X-Men eher auf die Seite der Menschen schlage, weil mir die Entwicklung der Mutanten absolut nicht behagt.

Jonathan Hickmans Run begann im Juli 2019 mit den beiden parallel laufenden Mini-Serien House of X und Powers of X, die den neuen Status Quo der X-Men beschrieben, gleichzeitig aber auch schon in eine sehr dystopische Zukunft hineinschauten. Dreh- und Angelpunkt der neuen Storyline ist Moira McTaggert, die einen jungen und noch sehr optimistisch-naiven Charles Xavier aufsucht, dem sie sich als Mutantin mit der Macht der Reinkarnation enthüllt, die ihre bisherigen Leben vergeblich damit verbracht hat, die Mutanten vor dem Niedergang bzw. der Auslöschung durch die Menschen zu bewahren. Sie schlägt daher einen völlig neuen Ansatz vor, dessen Umsetzung wir in House of X bewundern dürfen. Erstmals (?) treten hier die Mutanten aus einer Position der Stärke den Menschen gegenüber auf und zwingen bzw. erpressen sie dazu, die Mutanten als eigene Nation anzuerkennen. Was zunächst als eine Art Handel daherkommt (immerhin bieten die Mutanten im Gegenzug mehrere medizinische Wunderheilmittel an) wird aber immer offenkundiger zu einer Welt, in der die Mutanten die Regeln bestimmen bzw. die Regeln der anderen Nationen nur dann achten, wenn es ihnen in den Kram passt. Hickman ist dabei zu geschickt, um das ganze in plumpe Tyrannei ausarten zu lassen. Es sind immer noch die Menschen, die nicht mit den Kräften der Mutanten klarkommen und in diesen eine zu vernichtende Bedrohung sehen, was die Mutanten zur Gegenwehr zwingt. Der Unterschied liegt eher in den Details. Haben die X-Men früherer Zeiten auf Bedrohungen erst dann reagiert, wenn sie sich als direkter Angriff manifestierten, gehen sie nun deutlich proaktiver vor und zerstören die Bedrohung schon vorher. In diesem Falle eine Raumstation der Orchis-Organisation, eines Zusammenschluss verschiedener Organisation mit dem Ziel, die Machtübernahme der Mutanten auf der Erde zu verhindern. Gleichzeitig baut Hickman immer wieder atmosphärische Störungen ein; plötzlich wirkt Prof X eher wie ein mysteriöser Kultanführer, der zur Not über Leichen zu gehen bereit ist (die man ja dank eines genialen Hickmanschen Einfalls wieder ins Leben zurückbringen kann) und Magneto teilweise wie einen Schuljungen wirken lässt, plötzlich werden Storm und eigentlich alle anderen Mutanten zu blinden Anhängern der neuen Ausrichtung, ohne sich auch nur einmal die Frage zu stellen, ob man damit die Feindschaft der Gegenseite nur noch mehr anstachelt. Dass von Magneto über Mr. Sinister bis hin zu Apokalypse plötzlich alle Schurken der Mutantengeschichte gleichberechtigt mit am Ratstisch sitzen, macht die Sache auch nicht viel besser. Und hinterlässt – wahrscheinlich beabsichtigt – ein sehr ungutes Gefühl beim Leser, ob er dieser neuen Ausrichtung folgen möchte.

Gleichzeitig aber – und das wird in der Schwesterserie Powers of X mehr als deutlich – gibt es ja einen guten Grund für diese neue Entwicklung, denn alle bisherigen Versuche des friedlichen Zusammenlebens zwischen Homo Sapiens und Homo Superior sind ja daran gescheitert, dass alleine die Existenz der Mutanten die andere Seite dazu provoziert, ihre Vernichtung anzustreben. Hickman zeigt hier eine Entwicklung über 1000 Jahre auf, die den Erinnerungen McTaggerts entstammt und unweigerlich immer mit der Auslöschung der Mutanten endet. Stellt sich natürlich die Frage, ob die evolutionäre Weiterentwicklung, als die sich die Mutanten sehen, nicht in Wirklichkeit eine Sackgasse darstellt, aber dass sie sich nicht kampflos in ihr Schicksal ergeben wollen, ist durchaus nachvollziehbar.

Hickman wäre natürlich nicht Hickman, wenn er das ganze nicht um alle möglichen mysteriösen Settingelemente anreicherte, die man wahrscheinlich erst im weiteren Lauf verstehen wird. Ich verkneife mir hier Spekulationen, aber wer seine anderen Serien wegen dieser Elemente gemocht hat, wird auch hier wohl voll auf seine Kosten kommen. Jedenfalls stellen die beiden Miniserien, die zum besseren Verständnis unbedingt zusammengelesen werden sollten, einen vielversprechenden Neustart des X-Men- Universums dar, der im folgenden in sechs neuen Serien fortgesetzt wurde.“

Inzwischen ist ja so einiges passiert, insbesondere hat Jonathan Hickman seine Position als Chefvisionär der X-Men aufgegeben, da ich aber die neueren Entwicklungen kaum kenne, lasse ich das jetzt einfach mal unkommentiert so stehen. In deutscher Übersetzung erschienen die Romane zunächst in 4 Ausgaben, die jeweils 2 -4 Hefte zusammenfassten und daher in unterschiedlicher Länge daher kommen. Schöner im Regal steht wahrscheinlich die nach wie vor erhältliche Gesamtausgabe, die als Hardcover im Mai 21 erschien und alle 12 Romane umfasst.

[Rezi] Scarlet Witch 1

[Kleiner Disclaimer zu Beginn: Im Moment versuche ich einfach nur, meine Schreibmuskeln wieder ins Laufen zu bringen. Idealerweise würde das in eine Wiederbelebung dieses Blogs münden, aber versprechen möchte ich zu diesem Zeitpunkt nichts, und ich benutze den Blog nur aus dem Gefühl heraus, dass es die Sache für mich etwas verbindlicher macht, als wenn ich im Stübchen was vor mich hinschreibe.]

Scarlet Witch 1 (Panini Comics, VÖD 12.09.23)

Wanda Maximoff ist schon immer einer meiner Lieblingscharaktere aus dem Marvel Universum gewesen, nach der House of M – Storyline aber zunehmend in den Hintergrund getreten, und erst durch die Kinoleinwand wieder populärer geworden. Und jetzt hat sie endlich wieder eine eigene Serie, die seit Anfang des Jahres in den USA veröffentlicht wurde und nächsten Monat den deutschsprachigen Markt erreicht. Ich habe die im ersten Band erscheinenden Geschichten über Marvel Unlimited gelesen, kann also nur zur Story und den Zeichnungen sprechen, was mir aber völlig ausreicht, um die Serie bedenkenlos weiterzuempfehlen.

Steve Orlando versetzt meine Lieblingshexe zu Beginn nach Lotkill, New York, wo sie das Emporium, einen kleine magische Handlung für Bücher, alle möglichen Accessoires und gute Ratschläge eröffnet hat. Der Clou an diesem Magic Shop ist die Letzte Tür (the last door), ein magisches Portal, dass sich für alle Menschen (und, wie sich zeigen wird, andere Wesen) öffnet, die in hoffnungslosen Schwierigkeiten stecken. Diese Tür bestimmt auch die Struktur der Geschichte, denn wie man erwarten kann, kommt da immer wieder der Notfall der jeweiligen Ausgabe durch, was es dem Autor erlaubt, nach Belieben in sich abgeschlossene Geschichten zu erzählen. In der ersten Ausgabe ist das etwa Jarnette Chase, eine junge Frau, deren italienisches Heimatdorf Amatrice unter die Kontrolle des Corruptors Jackson Day (ein mir bis dato unbekannter C-Villain aus den 70ern) geraten ist. Diesem Schicksal entkam Jarnette nur durch ein Amulett, das aus einem unbekannten Material besteht, dass den Träger vor der Anwendung durch Magie beschützt.

Champion Viv Vision ist die nächste Besucherin. Sie wird von Alpträumen geplagt, deren Ursprung nicht in ihrer tragischen Familiengeschichte begründet ist, sondern die ihr aus der Dimension der Alpträume gesendet werden, was das Ganze zu einem Fall für Wanda macht. In der nächsten Story verschlägt es uns nach Sub-Atomica, ins Mikroversum, wo der Planet Tryfa kurz vor der völligen Eroberung durch die Nillans, ein agressives nomadisches Volk auf der Suche nach einer neuen Heimat steht.

Bisher habe ich vergessen zu erwähnen, dass Wanda einen neuen Sidekick hat, der den Fans des MCU allerdings aus den Thor-Filmen sowie der Serie Wanda:Vision gut bekannt sein sollte. Darcy Lewis betreut den Laden, wenn Wanda mal wieder unterwegs ist, und wie sich herausstellt, ist sie ebenfalls durch die Letzte Tür gekommen. Der Grund dafür bleibt allerdings zunächst ein Geheimnis, bis plötzlich Hippolyta (ja, genau die), die Anführerin der Bacchae auftaucht und Darcy als Mordverdächtige zu entführen versucht. Was die Scharlachhexe natürlich zu verhindern versucht.

Neben diesen Einzelepisoden geht es in dem Buch aber vor allem um Wandas persönliche Verbindungen in die Welt des Marvel-Universums. Ihr Bruder Pietro aka Quicksilver, ihre Halbschwester Polaris, ihre Tante, Mentorin und Antagonistin Agatha Harkness und sogar ein eigentlich im Moment als tot geltender (wenn ich es richtig verstanden habe) Vater (der mit den magnetischen Kräften) werden an verschiedenen Stellen in die Handlung eingeführt, was hoffentlich in der Zukunft zu einer stärkeren Integration der Scarlet Witch in die Marvel-Superheldenwelt führen wird, immerhin war sie mal ein Avenger. Ich liebe diese kleinen Szenen, die zeigen, dass Wanda nicht nur eine mächtige Hexe ist, sondern eben auch eine in diesem Universum tief verwurzelte Person, die nach langen Jahren voller Tragödien, Katastrophen und des Ausgestoßen sein nun wieder bereit scheint, ihren verdienten Platz in der Welt einzunehmen. Der Autor sei übrigens ausdrücklich dafür gelobt, dass er die Historie nicht gerade ignoriert, aber auch nicht zum Mittelpunkt der Handlung macht, was die Romane auch für Neuleser bzw, diejenigen, die Wanda vor allem aus den Filmen kennen, zu einem guten Einstiegspunkt macht.

Und wo ich gerade beim Loben bin, gebührt dieses auch und vor allem der Zeichnerin Sara Pichelli und Kolorist Matthew Wilson für ihre Darstellung der Scharlachroten Hexe, insbesondere auch im Hinblick auf ihre ethnische Herkunft,die in der Vergangenheit ziemlich oft komplett ignoriert wurde.

Band 1 der deutschen Ausgabe versammelt die ersten fünf Ausgaben der Heftserie sowie das Annual 2023 und stellt eine Art Bindeglied zwischen dem vorangegangenen Darkhold Event (Darkhold – das Buch des Bösen, Panini 2022) und dem nächsten Magischen Crossover-Event, Contest of Chaos (seit August über verschiedene Annuals in den USA erscheinend, in Deutschland also wohl eher nicht vor 24). Wie bereits gesagt für Fans der magischen Seite des MU und speziell für Freunde der Scharlachhexe, sehr zu empfehlen und auch ohne große Vorkenntnisse gut zu verstehen.

Rebirth die x-te

Es ist schon wieder mehr als ein Jahr her, dass ich einen Eintrag für meine Welten geschrieben habe. War so eigentlich nicht geplant und hatte, wie ich inzwischen herausgefunden habe, wohl auch gesundheitliche Gründe, da ich das aber wieder ganz gut im Griff und auch die nötige Zeit und Lust habe, gibt es eigentlich keine gute Ausrede, nicht wieder verstärkt mit dem Medium Blog zu arbeiten, zumal moderne Medienformen so gar nicht meins sind.

Eines der Probleme, dass ich allerdings immer noch habe, ist dass ich eigentlich gerne viel mehr mit dem Blog anstellen würde, als es meine Zeit erlaubt. So richtig entscheiden, worauf ich den Fokus legen sollte, kann ich mich allerdings auch nicht, die folgende Liste sollte also weniger als Versprechen denn als Ideensammlung für mich selbst verstanden werden. Nicht alles davon wird notwendigerweise im Rahmen dieses Blogs stattfinden, sollte aber immer mal wieder einen Post abwerfen können. Und das meiste ist auch nicht wirklich neu, sondern fand sich schon in alten „Yay, ich fang wieder an zu bloggen“-Posts.

Eines aber noch vorweg: Ich bin ja immer mal wieder zwischen Englisch und Deutsch hin- und hergesprungen, weil ich mich nie so ganz entscheiden konnte, für welche Community ich eigentlich schreibe. Vorerst habe ich mich jetzt für die deutsche Sprache entschieden, weil es mir damit hoffentlich leichter fallen wird, wieder in einen regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus zu kommen. Das kann sich aber, je nach Entwicklung des Blogs, auch noch mal ändern, bzw. kann es sein, dass ich bestimmte Dinge dann doch eher auf Englisch präsentiere, damit ich sie nicht zweimal schreiben/übersetzen muss. Damit aber zu den Ideen, die mir im Kopf herumspuken:

1. Tetheril: Darüber habe ich ja schon den einen oder anderen Artikel verfasst, hänge aber immer noch arg hinterher, das ganze auch zu Papier zu bringen. Ich hab grad keine Ahnung, ob ich dazu schon mal was geschrieben habe, aber ich hab seit längerem einen Account bei World Anvil, und hab eigentlich vor, die vielen verschiedenen Prompts auszuarbeiten, die sich bei ihren verschiedenen Challenges über die Jahre hinweg angesammelt haben. Allerdings schreibe ich dort auf Englisch, müsste es also für den Blog hier übersetzen (siehe oben).

2. Vergessene Reiche: Da meine Heimrunde eher unregelmäßig stattfindet, möchte ich mich wieder stärker im PbP (Play-by-Post) auf den Paizo-Foren engagieren. Das Ganze auf Basis von Pathfinder 2nd und den Vergessenen Reichen der Dritten Edition. Zu dem Zweck will ich zumindest einige der settingspezifischen Charakteroptionen nach PF2 adaptieren, und auch da ist die Ausgangssprache eher Englisch, weil auch meine Spieler eher englische Muttersprachler sein werden. Könnte aber natürlich auch für die hiesige Comm interessant sein.

3. Monster und Regelelemente: Es gibt zwei Blogs auf tumblr, die ich immer besonders gerne gelesen habe: Einmal der Creature Codex, zum zweiten die Daily Character Option. Während der Codex ein riesiges Sammelsurium an Monstern anbot, die aus verschiedensten Quellen nach PF1 konvertiert oder neu geschrieben waren, analysierte der 2. vor allem die verschiedenen Regelelementen der 1. Edition, und, davon ausgehend, entwickelte verschiedene Plot Hooks, die man gerne als Inspiration fürs eigene Spiel verwenden konnte. Das wäre z.B. etwas, was ich sehr gerne hier für PF2 übernehmen würde. (es gab mit Daily Planescape noch einen dritten tollen tumblr-Blog, der scheint aber ziemlich tot zu sein).

4. Encounter- und Adventureideen: Ich hab ja ständig beim Lesen irgendwelche Ideen, die ich meist gar nicht erst notiere und prompt auch wieder vergesse. Vorausgesetzt, ich finde ein geeignetes Format, könnte ich mir durchaus vorstellen, das hier auf den Blog zu setzen.

5. Rezensionen: möchte ich auch wieder verstärkt anbieten, speziell für PF2, aber ich hab auch noch einen riesigen Backlog an PF1-Produkten, die ich zum großen Teil zwar bezahlt, aber noch gar nicht gelesen habe. Da liegt aber mein Fokus zunächst klar auf der Zweiten Edition.

6. Rezensionen Romane und Musik: Da ginge es hauptsächlich um Sachen, die ich persönlich empfehlens-, hörens- oder lesenswert finde. Vielleicht auch Filme- und Serien, aber das eher als Nachgedanke. In der Hauptsache geht es mir dabei vor allem darum, mich selbst noch mal mehr zum Lesen von Romanen zu zwingen, aber in Zeiten, in denen die Geschäfte fast ausschließlich Spiegel-Bestseller, Twilight-Kopien und Popgedöns anbieten, können die Autoren und kleineren Bands jede Unterstützung gut gebrauchen (und in der Metal-Szene ist fast jede Band eine kleinere Band).

7. Dragon Magazine und Dungeon Magazine: Auch das eine uralte Idee, mit der ich den Blog ursprünglich sogar mal begonnen habe. Hab ich zumindest im Kopf immer noch nicht aufgegeben, also kommt das mit auf die Liste.

8. Comics: die lese ich schneller, als ich drüber schreiben kann, aber ab und an mal könnte auch darüber was kommen. Da die aber auch schneller erscheinen, als ich sie lesen kann, wird sich das wohl in Grenzen halten. Vermutlich jedenfalls.

9. Alles aus der Kategorie: Hab ich gerade vergessen. Spontan fallen mir da Kommentare zum aktuellen politischen Geschehen ein, allerdings bin ich da bisher vor zurückgeschreckt und weiß nicht, ob ich dafür nicht zu streitlustig bin.

Wie gesagt, alles nur Ideen und für einen Einzelkämpfer auch schwerlich im Rahmen eines Blogs umzusetzen. Aber wenigstens hab ich mich selbst wieder mal auf den laufenden Stand gebracht.

RPG-Blog-o-Quest #54

MusingsEigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes machen, musste aber unbedingt noch schnell meinen Blog-Feed durchschauen und bin dabei an Greifenklaues Eintrag hängen geblieben. Und da ich schon wieder viel zu lange nichts gepostet habe, gehe ich doch einfach frisch ans Werk:

F1. Kinder im Rollenspiel:

Finde ich generell uninteressant, zumal ich mit schwertue, für meine Lieblingsgenres Szenarien vorzustellen, in denen das Sinn machen würde. Ausnahme wäre wahrscheinlich ein Harry Potter-Rollenspiel oder etwas ähnliches, da hat man es in den Büchern allerdings nur ganz am Anfang (wenn überhaupt) noch mit Kindern zu tun. Ich muss aber auch zugeben, dass der Stranger Things-Hype bisher komplett an mir vorbeigegangen ist, das könnte meine Meinung vielleicht ändern. Und nein, ich hab noch nicht.

F2. Wie gefallen dir Alternate History Szenarien und was hast du da schon gespielt?

Zählen Shadowrun. Cthulhu und World of Darkness? Dann die, ansonsten beschränkt sich mein Kontakt zu Alternate History eher auf die Lektüre entsprechender Romane. Liegt nicht mal am grundsätzlichen Desinteresse, sondern eher daran, dass ich dafür wohl zu detailverliebt bin, und es mich als sehr historieninteressiertem Menschen wahrscheinlich extrem frustrieren würde, wenn die Spieler auf entsprechende Details so gar keinen Wert legen. Um ehrlich zu sein, gilt das schon für reine Fantasysettings, aber da die eh erfunden sind, fällt es mir leichter, Unstimmigkeiten oder Abweichungen zu akzeptieren.

F3. Thematische Gruppen:

In solchen Gruppen gespielt oder für sie geleitet hab ich noch nicht, fände es aber prinzipiell interessant, speziell wenn die Gruppe ein wenig gegen das Setting/Abenteuer gebürstet wäre. Ob das mechanisch interessant wäre, hinge wohl vor allem von der Art der Gruppe ab. Klassenbasierte Systeme, wie ich sie bevorzuge, gehen im Normalfall von einer Gruppe aus, bei der die verschiedenen Talentbereiche von unterschiedlichen Charakteren abgedeckt werden. Eine Gruppe, deren Mitglieder alle aus einer Klasse stammen, brächte da grundsätzlich schon ein paar Herausforderungen mit sich.

Mich würde aber eher der storytechnische Aspekt interessieren. Ein Team von Soldaten oder Agenten, die Crew einer Mannschaft, Mitglieder einer gemeinsamen Organisation, die deren Interessen vertreten müssen.

F4. Abstieg nach Avernus: Reizt dich ein Ausflug in die Unterwelt?

Ich bin ein großer Fan des Ebenensystems als einer Möglichkeit, das (D&D)-Universum zu erklären, in das eine Welt eingebettet ist (und das erklärt, wo die ganzen fiesen Monster und sonstigen Schurken herstammen, mit denen ein Held es tagaus, tagein zu tun hat. Gleichzeitig bin ich relativ wenig daran interessiert, diese unterschiedlichen Ebenen zu besuchen, falls das irgendwie Sinn macht. Das liegt aber auch daran, dass solche Besucht normalerweise erst für Helden einer höheren Stufe Sinn machen (also in dem Bereich, in dem ich mich eher nicht aufhalte. Gerade den Abyss bzw. die Hölle nehme ich gerne als Vorlagengeber für Plots in meiner Kampagnenwelt, aber da geht es eben um den Einfluss, den Teufel und Dämonen auf die Kampagnenwelt nehmen und den Kampf gegen ihre Anhänger, nicht um den direkten Konflikt mit ihnen.

Es gibt ein paar Ausnahmen, die man thematisch mit dem Begriff „Feenwelten“ umschreiben könnte. Planescape finde ich als Setting ebenfalls großartig. Gegen Stippvisiten hab ich auch nichts einzuwenden. Abstieg nach Avernus könnte ebenfalls eine Ausnahme sein, da hier mit den Vergessenen Reichen, dem Blutkrieg und dem Spiel auf niedrigeren Stufen gleich 3 Elemente zusammenkommen, die mich durchaus interessieren. Ich habe es aber noch nicht gelesen, und bin prinzipiell nicht allzu sehr von der Qualität der D&D-Module begeistert. Bei DtA haben aber immerhin gleich 4 Autoren mitgewirkt, die ihr Handwerk bei Paizo gelernt bzw. verfeinert haben, da erhoffe ich mir natürlich etwas besseres als sonst.

F5. Star Trek vs. Aliens:

Für mich gar keine Frage, I‘m a Trekkie for life. Und selbst wenn ich mich nicht entscheiden muss, lasse ich ein Aliens-RPG wohl eher links liegen, das Setting interessiert mich nun mal so gar nicht. Ehrlicherweise gebe ich aber auch zu, dass ich mich in den nächsten Jahren nicht als Spieler oder Spielleiter eines Star Trek-RPGs sehe. Ich hab einfach nicht mehr die Zeit und Energie, um mehr als ein Setting zu bedienen, und der Platz ist schon besetzt.

F6: Bonus-Frage:

Lass ich offen. Das ist jetzt das zweite Mal, dass ich überhaupt bei der Blog-O-Quest mitmache (und das erste Mal war 2018), von daher weiß ich auf Anhieb gar nicht, ob ich überhaupt interessante Fragen hinbekäme, zumal ich inzwischen eher beobachtender als aktiver Teil der Szene bin (ich bin so Out of the Loop, dass ich erst mal googeln musste, was die Tales from the Loop überhaupt sein sollen, ganz zu schweigen von den anderen in Frage 1 genannten Spielen, die schon so klingen, als wollte ich sie gar nicht kennen ^^). Frag mich nochmal, wenn ich es schaffen sollte, mal über mehrere Monate hinweg dem Format treu zu bleiben.

[WWoC] Captain Marvel #1

CM0119Mein Verhältnis zu Marvels ikonischer Frauenheldin ist zugegebenermaßen nicht ganz frei von Störungen. Ich hab Carol Danvers eigentlich erst im Rahmen von Kelly Sue DeConnicks Run kennen- und schätzen gelernt, und auch die Miniserien mit Kelly Thompson als Co- bzw. Alleinautorin wirklich genossen. An der Spitze von Alpha Flight begann sie aber schon ein wenig, mir auf den Senkel zu gehen und mit ihrer Haltung während der Civil War II-Krise war der Charakter für mich eigentlich verbrannt. Dazu kam, dass ihr Charakter mehr und mehr von einem toxischen Feminismus geprägt schien, der sie mir mehr und mehr unsympathisch und damit nahezu der einzigen weiblichen Heldin machte, die ich nicht ausstehen konnte.

Wenn also nicht Kelly Thompson als Autorin der aktuellen Captain Marvel-Serie zeichnen würde, hätte ich vielleicht ganz meine Finger von der Reihe gelassen. Und so sehr ich Thompsons Comic-Reihen auch schätze, findet sich auch hier ein Widerhall der von mir kritisierten Dinge wieder. Ein erster Gegner, der geradezu das Paradebeispiel eines ekelhaften Sexisten darstellt, ein erneutes Aufeinandertreffen von Vorzeigemacho Tony Stark mit Carol (mal im Ernst, wenn man Carol um etwas bitten möchte, von dem man weiß, dass sie keine Lust drauf hat – hier ein Interview zur Imagepflege – dann schicken doch nur Vollidioten ausgerechnet die Person hin, zu der Carol aufgrund der jüngeren Geschichte ein extrem gespaltenes Verhältnis hat), und ach ja, unfähige männliche Avengers, die ratlos vor einer von einem maximal C-Schurken aufgebauten Barriere stehen, die sie in jeder anderen Serie mit Leichtigkeit durchbrechen würden: ich frag mich schon, warum man Carol Danvers nicht einfach als starke Frau darstellen kann, ohne dabei männerfeindliche Stereotypen zu verwenden. Geht mit den anderen Superheldinnen ja auch.

Aber damit genug der Nörgelei. Die sollte nämlich nicht die Stärken der Serie übertünchen. Davon gibt es nämlich reichlich. Nicht nur, das es Kelly Thompson wieder mal gelingt, ein tolles Frauenteam aufzustellen (Spider-Woman, She-Hulk. Echo und Hazmat – und auch ihre alte Nemesis Rogue wird noch eine wichtige Rolle spielen), wie immer versteht sie es meisterhaft, die Chemie zwischen den Charakteren darzustellen. Speziell Jessica und Carol machen gefühlt einfach da weiter, wo man sie beim letzten Mal zusammen gesehen hat. Dazu kommt natürlich einiges an lustigen Sticheleien (speziell Hazmat ist mir da ans Herz gewachsen) sowie jede Menge Action, die von Zeichnerin Carmen Canero und Coloristin Tamra Bonvillain sehr schön in Szene gesetzt werden. Die Handlung selbst ist zugegebenermaßen etwas hanebüchen, aber das stört mich bei den klassischen Marvel-Comics aus der Silber-Ära ja auch eher selten. Vielleicht muss man es einfach so sehen, als eine Anknüpfung an klassische Comics, bei denen nicht alles düster und grimmig sein musste und die Schurken nicht besonders komplex sein mussten, sondern ein völlig überzeichnetes Gimmick darstellen konnten.

Alles in allem also ein gelungener Schritt zurück zu der Carol, die ich gerne gelesen habe. Und wer weiß, vielleicht sorgt das (bei mir) anstehende War of the Realms-Event ja dafür, dass die Civil War II – Misere endgültig in Vergessenheit gerät.

Captain Marvel #1 erscheint am 28.01. im deutschen Handel und beinhaltet die ersten 5 Hefte der amerikanischen Vorlage.

Schusswaffen in Tetheril

teth_alphaEs ist eine ganze Weile her, dass ich über das Setting in meinem Kopf geschrieben habe, und wenn ich ehrlich bin, habe ich in dieser Zeit auch nicht wirklich daran gearbeitet. Und eigentlich sollte auch dieser Eintrag nicht um Tetheril gehen. Vielmehr bin ich gestern beim Durchstöbern der von mir abonnierten Blogs auf die Frage gestoßen, wie ich zum Thema Schusswaffen im Fantasy-Rollenspiel stehe. Was mich ein bissl ins Grübeln gebracht hat, weil ich zu dem Thema eine für mich selbst etwas merkwürdige Haltung habe. Persönlich brauch ich Schusswaffen nämlich so gar nicht in meiner Fantasy, zumindest, wenn es um Fantasyliteratur geht. Ich müsste jetzt lügen, aber mir fällt gerade so gar kein Fantasyroman ein, der mir so richtig gut gefallen UND der Schusswaffen enthalten hat. Offensichtlich trenne ich da sehr stark zwischen Fantasy und anderen Genres, in denen Schusswaffen natürlich durchaus vorkommen (dürfen).

Ganz anders verhält es sich dagegen bei den von mir favorisierten Computerspielen. Sei es die Final Fantasy-Reihe mit ihren Gunblades, das Warcraft-Universum, in dem es alle möglichen Arten von Schusswaffen gibt, Action-RPGS wie Sacred oder Torchlight, vor allem aber auch diverse Steampunk-Spiele, bei denen die Kombination von Magie und Technik geradezu zur Grundausstattung gehört, in Computerspielen macht mir die Kombination von Fantasy und Schusswaffen rein überhaupt nichts aus.

Ebenso zwiespältig verhält es sich mit mir und Tabletop-Rollenspielen. Ich würde nie auf die Idee kommen, in den Vergessenen Reiche oder der Welt des Schwarzen Auges einen Charakter bauen zu wollen, der Schusswaffen benutzt. Wenn es aber um Eberron geht, eine Welt, in der Magie als Technikersatz verwendet wird, stört es mich geradezu, dass es in dieser Welt keine Technikentwicklung ohne Magie geben soll (da hab ich sogar schon mit Settinggründer Keith Baker drüber diskutiert, der zwar sehr gute Gründe hatte, warum er gerne auf Schusswaffen verzichten möchte – und netterweise auf seiner Homepage selbst Möglichkeiten aufzeigte, wie man das trotzdem einbauen könnte). Offenbar ist in meiner Fantasy also doch Platz für Technik und speziell für Schusswaffen.

Und auf diesem Umweg bin ich in Tetheril gelandet, da ich auch für dieses Setting zumindest lose über den Einbau von Steampunk-Elementen nachgedacht habe. Ausgangpunkt des Settings ist ja die Zerstörung eines ganzen Kontinents, der die Überlebenden (den jämmerlichen Rest der Menschheit) dazu zwingt, bei den Elfen um Zuflucht nachzusuchen. Gleichzeitig ist dieser Kataklysmus aber auch damit verbunden, dass die Menschen weitgehend den Zugang zur Magie verlieren. Da liegt es natürlich nahe, diesen Verlust mit der Entwicklung von Technik abzufedern, immerhin sind die Menschen ja ein erfinderisches Völkchen. Gewisse Technikgrundlagen sind ja auch im Durchschnittsfantasy-Setting durchaus vorhanden, von daher müsste man ja das Rad nicht komplett neu erfinden, davon abgesehen hätte das aber auch einige settingtechnische Implikationen, über die ich noch genauer nachdenken muss.

Prinzipiell aber gefällt mir die Idee zunehmend besser. Zumal Tetheril ja schon sehr viele typische Fantasy-Elemente a la Vergessene Reiche enthalten wird, die mit einem eher technischen Ansatz kollidieren zu lassen könnte sich als durchaus spannend erweisen.