Die ixte Wiederauferstehung

wormyEin weiterer Versuch, wieder aktiver zu bloggen. Anlass ist dieses Mal die Wiederholung eines Experiments, dass ich bereits schon einmal erfolgreich abgeschlossen habe, dass allerdings keine Langzeitwirkung zeigte. Ich rede von der 7 Day Creative Writing Challenge, die von Joe Buntings Projekt The Write Practice regelmäßig ausgerichtet wird. Dabei geht es kurz gesagt darum, eine Woche lang jeden Tag einen Text von wenigstens 1000 Worten Länge zu schreiben. Der Inhalt und das Format dieser Texte ist egal, es geht nur darum, eine gewisse Routine in den Schreibprozess hineinzubringen (und jeder, der meinen Blog irgendwann einmal verfolgt hat weiß, dass ich genau damit so meine Probleme habe).

Dieses Mal ist die Herausforderung allerdings etwas größer, weil die Challenge schon halbwegs herum ist, ich aber gerne die 7000 Worte trotzdem schaffen möchte, also entsprechend längere Texte verfassen muss. Schon beim letzten Mal wollte ich die geschriebenen Texte eigentlich hier im Blog veröffentlichen, bisher stecken sie aber immer noch in einem Ordner auf der Festplatte, wo ich sie bei Gelegenheit aber herauszuholen beabsichtige.

Den Anfang macht – wie könnte es bei mir auch anders sein – ein weiterer Post, in dem ich für mich selbst noch einmal aufzulisten versuche, worum es bei meinen Schreibereien eigentlich gehen soll. Irgendwie liest sich mein Blog zwar bestimmt schon wie eine ständige Wiederholung nie vollendeter Absichten, aber einmal mehr kann ja auch nicht schaden (und ich hab inzwischen fast schmerzhaft gelernt, dass ich die Sachen nicht aus meinem Kopf kriege, wenn ich sie nicht hinschreibe, was das Weiterdenken inzwischen fast unmöglich macht).

Kleine Vorbemerkung noch: Ich denke immer mal wieder darüber nach, ob ich nicht doch nochmal in die englische Sprache zurückwechseln soll, zumal es bestimmte Dinge gibt, bei denen das einfach mehr Sinn macht. Bis ich fertig mit Denken bin, bleibe ich aber vorerst im Deutschen (ich gebe aber keine Garantie, dass ich da konsequent bin). Damit aber ran an die Würstchen, die ich zumindest in meinem Kopf endlich mal auftauen und fertig braten möchte:

Der Titel meines Blogs hatte schon immer eine Doppelbedeutung für mich. Die naheliegende ist natürlich der Bezug zu den verschiedenen Spielwelten, die im Laufe der Jahre mein Interesse geweckt haben, und die ich nach wie vor immer mal wieder gerne besuche. Dazu gehört insbesondere auch die Welt von Tetheril, die es bisher (ja, immer noch) vor allem in meinem Kopf gibt, und die (siehe oben) dort unbedingt mal rausmuss. Weil ich sie einerseits endlich mal einer geneigten Gruppe von Spielern vorstellen möchte, Tetheril andererseits aber auch eine Grundlage für Geschichten aller Art sein könnte, die ich gerne schreiben möchte.

Die zweite Bedeutung liegt für mich darin, dass die Welt der Rollenspiele nur eine der Welten ist, in denen sich mein Leben abspielt. Da gibt es zum einen natürlich die schnöde Realität, die in den letzten Jahren leider wieder zusehends spannender geworden ist, und über deren Entwicklungen ich durchaus eine Menge zu sagen wüsste. Daneben aber auch die Welten der Musik (ein Hobby, das in der Zwischenzeit wieder einen deutlich größeren Raum einnimmt, als das zu der Zeit der Fall war, als dieser Blog startete), der Literatur (die sich etwas konträr zur Musikwelt verhält; ich würde gerne viel mehr lesen, als ich es aktuell tue, komme aber nicht so richtig dazu. Was ich allerdings zu ändern plane) und der Comics (insbesondere amerikanische Superheldencomics stehen hier im Vordergrund). Ich könnte noch andere Dinge nennen, (Fernsehserien, Professional Wrestling, Fußball) bei denen mein Drang, mich dazu zu äußern aber eher gering ist, die hier also eher keine Rolle spielen werden.

Wie dem auch sei, hat sich aber für mich herauskristalliert, dass einer der Gründe, warum ich hier im Blog immer mal wieder verstumme, der ist, dass Rollenspiel nicht mehr ganz so stark im Zentrum meiner Freizeitaktivitäten steht, und ich teilweise wochenlang einfach etwas ganz anderes mache. Mein Plan ist also, in Zukunft verstärkt aus den anderen Welten zu berichten, wenn das Hobby Rollenspiel gerade nichts hergibt (oder ich einfach keine Lust habe, darüber zu schreiben). Ich weiß noch nicht genau, was das für die Zukunft dieses Blogs bedeutet, bezweifle aber, dass ich plötzlich so viel schreibe, dass es sich lohnt, für die anderen Themen eigene Blogs einzurichten.

Stellt sich natürlich die Frage, was ich zu den einzelnen Themen zu sagen habe. Um mit dem einfachen anzufangen:

1. Musik

Da wird es wohl am ehesten auf Rezensionen von Alben herauslaufen, die ich gerade für mich entdeckt habe. Ich bin ja bekennender Metal-Fan, habe aber Ende der 80er komplett den Anschluss verloren und bin eigentlich erst 2013 wieder aus Zufall dazugestoßen, als ich mir die damals aktuelle Ausgabe des Metal Hammer kaufte, weil ich grad nix besseres zu tun hatte. Zunächst war ich vor allem erstaunt, wie viele der in dieser Ausgabe erwähnten Bands immer noch aktiv waren, dann hab ich mir den Soundchecksieger des nächsten Monats (das war Amorphis – Circle) und aus reiner Neugier das Doppelwerk einer mir völlig unbekannten Band zugelegt (die Rede ist von Stone Sour – House of Gold & Bones I + II), die mich so dermaßen aus dem Sessel gehauen haben, dass ich seitdem auf große Entdeckungsfahrt gegangen bin, sowohl was Neuerscheinungen als auch, was älteres Zeug aus den mehr als 20 Jahren, die ich verpasst habe, angeht. Hier hab ich also ein quasi unerschöpfliches Fass an sich aufgemacht, und da ich inzwischen auch das ein oder andere Konzert besuche, könnte es also außer Rezis auch mal einen Konzertbericht geben.

2. Comics

Gut, die Helden von Marvel und DC kennt ja dank der Filme jeder, die beiden Comic-Universen sind aber weitaus reichhaltiger, und auch da habe ich noch eine Menge zu entdecken und nachzulesen. Ich bezweifle, dass ich mich lange mit Rezensionen einzelner Ausgaben aufhalten werde (da schreib ich ja länger, als ich lese), aber Zusammenfassungen von Storylines, aktueller Entwicklungen der Industrie oder Kommentare zu bestimmten Momenten, die mich irgendwie anfassen, könnte ich mir schon vorstellen. Vielleicht berichte ich aber auch einfach sporadisch über mein Vorankommen beim wahnsinnigen Versuch, mich durch alle Comics bestimmter Figuren durchzulesen.

3. Literatur

Neben Fantasy und Sci-Fi wird es hier wohl eher um historische Bücher gehen. Am ehesten in Form von Buchbesprechungen, da ich Mitglied bei goodreads.com bin und dann quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Deswegen werde an dieser Stelle aber wohl auch öfter mal ins Englische wechseln, da ich mich selbst nur ungerne übersetze und ich die meisten Bücher eh im Original lese (und ja, deutsche Fantasy lese ich kaum). Aber wie bereits erwähnt, ist dieses Hobby eines, dass ich nur sporadisch lebe Früher war ich eine richtige Leseratte, aber da bin ich beim Lesen auch nicht immer so schrecklich müde geworden. Allerdings haben sich eine Menge Bücher bei mir angesammelt und erscheinen quasi täglich neue interessante Werke, von daher möchte ich das eigentlich wieder etwas forcieren.

4. Rollenspiel

Wird hoffentlich und soll eigentlich auch das Hauptthema dieses Blogs bleiben. Ich habe immer noch vor, mich durch alle Ausgaben der alten D&D Magazine zu lesen, auch wenn der letzte entsprechende Blogbeitrag jetzt schon über ein Jahr her ist. Dieses Vorhaben ist mit dem Hintergedanken verbunden, als kreative Übung aus dem gelesenen eigene Abenteuerideen zu basteln, wie ich das bereits anhand der zweiten Ausgabe des Kobold Quarterlys durchexerziert habe. Außerdem bin ich mir sicher, dass sich da so manches interessante Element finden lässt, dass ich für meine eigenen Spielrunden entwenden und nutzbar machen kann.

Das gilt auch für die Idee, Monsterbücher durchzugehen, und mir Gedanken darüber zu machen, wie ich die jeweiligen Kreaturen in eigene Abenteuer bzw. ins jeweilige Setting einbinden kann. Auch da habe ich schon mal mit angefangen und sage und schreibe einen Artikel dazu hinbekommen.

Desweiteren möchte ich mich wieder aktiver in der deutschen, aber auch internationalen Bloggerszene umsehen, wobei da sicherlich auch Material für meinen eigenen Blog abfallen wird. Insbesondere liebäugle ich schon länger damit, am RPG Blog Carnival bzw, der deutschen Ausgabe dieses Wettbewerbs teilzunehmen, da ich die Grundidee hinter dem Karneval mag und eine Teilnahme ja auch die eigenen kreativen Muskeln trainiert.

Außerdem (auch daran hat sich nichts geändert) möchte ich weiterhin die OGL-Bewegung unterstützen, in dem ich Produkte rezensiere, von denen sich in den letzten Jahren sicherlich hunderte bei mir angesammelt haben. Da fallen natürlich letztlich auch die offiziellen Pathfinder-Produkte von Paizo drunter. Ich darf gar nicht drüber nachdenken, wieviel Geld ich in meine Sammlung gesteckt habe, vor allem wenn man bedenkt, dass ich das meiste davon noch nicht mal angelesen habe. Da gibt es sehr viel nachzuholen.

Allerdings, auch dass muss ich an dieser Stelle dazu sagen, habe ich mich ein wenig von Pathfinder als System entfremdet. Nicht, dass ich jetzt plötzlich alles schlecht finde, aber da ich aktuell vor allem für eine Runde von Familienmitgliedern (inklusive Kindern) leite, muss ich zugeben, dass mich die Komplexität des Systems zunehmend mehr Zeit zur Vorbereitung kostet, als ich eigentlich aufbringen kann. Was auch dazu geführt hat, dass ich aktuell an keiner Play by Post-Runde mehr teilnehme (bzw. keine mehr leite), da ich oft durch Nachfragen beteiligter Spieler mehr aufs regeltechnische Leiten als aufs gemeinsame Geschichtenerzählen fokussiert bin. Der bevorstehende, von mir durchaus ersehnte Editionswechsel zu PF 2, hat daher dazu geführt, dass ich im Moment nicht ganz sicher bin, welches System ich in Zukunft leiten bzw. spielen möchte. Im Moment liebäugle ich ein wenig mit 13th Age, dessen deutlich narrativerer Ansatz mir sehr sympathisch ist, werde mir aber auch die 5E von D&D nochmal genauer anschauen, und verfolge durchaus gespannt, welche Änderungen den am Ende bei PF 2 rauskommen werden. Und da ich auch in Zukunft die Abenteuer von Paizo zu erwerben gedenke, könnte es durchaus sein, dass PF 2 gewinnt, weil ich eigentlich ein großer Fan des Optionsreichtums von Pathfinder bin, auch wenn das im Gegensatz zu dem steht, dass ich gerne zeitsparender spielen möchte.

Darüber hinaus gibts natürlich auch andere Systeme. The One Ring zum Beispiel (das ich dank Humble Bundle jetzt mein Eigen, meinen Schatz nenne), aber nach wie vor auch DSA (soviel zum Thema einfache Systeme :D), was erstens an der Spielwelt liegt, zweitens aber daran, dass ich gerade eine Einladung erhalten habe, an einer DSA-Runde teilzunehmen). Auch da besitze ich also einiges an Zeug, was ich a) lesen und b) rezensieren könnte und sollte.

Eigentlich aber interessiere ich mich viel mehr für Spielwelten als für Systeme. Neben meiner eigenen Spielwelt habe ich auch noch lange nicht mit den Vergessenen Reichen abgeschlossen (siehe meinen letzten Post vom Februar), und da jetzt auch Eberron benutzt werden darf, um eigenes Material zu kreieren, rückt auch dieses von mir sehr geschätzte Setting wieder in den Fokus. Golarion eh, Aventurien sowieso, und als Großmutter aller Settings kann ich Mittelerde auch nicht einfach aussen vor lassen (Planescape bekommt noch eine ehrende Erwähnung). Ich hoffe also, dass ich endlich in die Pötte komme und an meiner eigenen Welt weiterbaue, möchte aber nebenher auch Szenarien, Abenteuer und Kampagnen für meine anderen Lieblingssettings basteln (dazu gehören ausdrücklich auch Konversionen von vor allem Paizo-Abenteuern in diese Settings).

Beziehungsweise habe ich ja durchaus vor, im Rahmen dieser Dinge meine eigene Version der Vergessenen Reiche zu erschaffen. Mein letzter Blogpost ist da durchaus noch aktuell, auch wenn ich in der Zwischenzeit nicht mehr ganz sicher bin, ob ich wirklich auf dem Stand der dritten Edition anfangen möchte, oder ob ich nicht doch die Grey Box und den ein oder anderen Zusatzband (insbesondere Waterdeep and the North und die Savage Lands) als Grundlage nehme.

Wie man sieht, habe ich in diesem Bereich also alleine schon viel zu viel vor, weswegen ganz sicher irgendwas davon auf der Strecke bleiben wird. Da es mir aktuell aber vor allem darum geht, wieder ins regelmäßige Schreiben hineinzukommen, werde ich den Teufel tun und mir da selbst schon von vorneherein zu enge Fesseln anlegen.

5. Politisches

Stimmt, da war ja noch was. Ich bin schon immer auch politisch interessiert gewesen, habe aber lange nicht die Notwendigkeit gesehen, mich zu politischen Themen groß zu äußern, schließlich lief ja eigentlich alles ganz gut so weit. Dass das ein grober Irrtum meinerseits war, muss ich wohl nicht besonders betonen und gerade als Vater dreier Kinder sehe ich es durchaus als meine Pflicht an, mich politisch zu betätigen und einzumischen. Das ist natürlich in Zeiten von Hatespeech, Internettrollen und politischen Agenden eine Sache, die gut überlegt sein will, da politische Blogs leider auch immer bestimmte Leute anziehen, die zu einer der genannten Gruppen gehören. Meiner Erfahrung nach ist es da oft schwierig, auf sachlicher Ebene zu diskutieren und ich schwanke noch, ob ich das wirklich im Rahmen dieses Blogs tun sollte, oder ob ich das lieber in einen separaten Blog auslagere. Ich hoffe ja schon, auf Dauer den ein oder anderen Leser zu finden, der über den Rollenspielrand hinausdenkend an solcher Diskussion interessiert wäre, möchte natürlich aber auch niemanden abschrecken, der das Hobby und die Realität lieber getrennt voneinander hält.

P.S.: Und jetzt beim Korrekturlesen fällt mir siedend heiß ein, dass ich die Welt der Computerspiele nicht mal im Ansatz erwähnt habe. Die passt natürlich auch hier rein; ob ich dazu aber wirklich etwas zu sagen habe, muss sich erst noch herausstellen.

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