Ich nehme im Moment mal wieder an Joe Bunting‘s „7 Day Creative Writing Challenge“ teil, bei der es darum geht, 7 Tage lang an jedem Tag wenigstens 1000 Worte zu schreiben. Ziel der Challenge ist es, sich das regelmäßige Schreiben anzugewöhnen, und da ich genau der Typ bin, der schnell eine Ausrede findet, warum, gerade „wichtigeres“ zu tun ist, ist das genau mein Ding. Heute ist Tag 3 und ich habs etwas eilig, man verzeihe mir also, wenn ich etwas ins Schwafeln gerate, aber ich muss halt die 1000 Worte wegbekommen 😀
Der eigentliche Grund dieses Posts ist aber, dass ich über eine kleine Werbung darauf aufmerksam wurde, dass wir ja bereits Oktober haben und in knapp 2 Wochen der November beginnt. Was deswegen wichtig ist, weil der November traditionell der Monat des NaNoWriMo-Contests ist, des National Novel Writing Months, einer weiteren Challenge, an der ich schon immer mal teilnehmen wollte, ich aber jedes Jahr zuverlässig den Start verpasse. Vermutlich macht das mein Unterbewusstsein mit Absicht, damit ich eine gute Ausrede habe, warum es dieses Jahr wieder nicht geklappt hat. Ist dieses Mal aber dumm gelaufen, und ich hab spontan beschlossen, mich dieses Jahr nicht wieder von dem Contest ablenken zu lassen.
Für diejenigen, die den Contest nicht kennen: Jedes Jahr findet sich eine große Gemeinde von Leuten zusammen, die gerne schreiben (möchten), und die sich für den Monat November vorgenommen haben, jeweils einen 50.000 Worte umfassenden Roman zu schreiben. 50.000 Worte das sind 1.666, Periode 6 Worte, die man täglich verfassen muss, um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen. Die Sieger können sich dann vor allem darüber freuen, innerhalb eines Monats tatsächlich ein Werk (bzw. seine Rohfassung) geschrieben zu haben, dass vom Umfang her etwa Kurt Vonnegut‘s Schlachthaus 5 entspricht. Also gar nicht mal so schlecht als Leistung eines Monats, auch wenn das Ergebnis sich kaum auf einem ähnlich hohen literarischen Niveau befinden dürfte.
Das wichtige für mich ist jedenfalls, dass ich mir zutraue, 2000 Worte am Tag zu Papier zu bringen, wenn ich das also einen Monat lang durchhalte, hätte ich am Ende das Ziel tatsächlich erreicht und einen kleinen Kindheitstraum verwirklicht, einen eigenen Roman zu verfassen.
Oder zumindest einen Teil davon, denn natürlich bin ich der Fantasy viel zu sehr verhaftet, um etwas anderes als einen Fantasy-Roman zu schreiben. Aus irgendwelchen Gründen sind 50.000 Worte für einen Fantasy-Roman aber sehr, sehr kurz (da sollte man diversen Internet-Quellen zufolge eher 100.000 Worte oder gar mehr für einen Roman ansetzen; zum Vergleich: der längste Harry Potter Roman, Band 5 „Der Orden des Phoenix“, besteht aus etwa 270.000 Worten). Vielleicht hab ich am Ende also nur einen halben Roman geschafft. Aber das werden wir sehen.
Offiziell darf man vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs natürlich noch nicht zu schreiben anfangen. Was aber durchaus erlaubt ist, ist seinen Roman zu planen, was natürlich durchaus Sinn macht, denn wenn man, statt einfach im November die Wortzahl runterzuschrubben seine Zeit noch mit Brainstorming, Planung des Plots, Ausarbeitung der Charaktere usw. verschwenden muss, kann das wohl sehr leicht mit den anderen täglichen Pflichten kollidieren (was wahrscheinlich auch die recht hohe Anzahl der scheiternden Wettbewerbsteilnehmer erklären wird, einer Quelle zufolge schaffen den Wettbewerb jedes Jah nur etwa 10-15% der Teilnehmer. Um diese Planung zu erleichtern, gibt es natürlich auch ein riesengroßes Wettbewerbsforum, in dem die Teilnehmer aus aller Welt sich gegenseitig inspirieren, helfen und Rat geben bzw., sich Rat einholen können, wenn es irgendwo hakt. Aus Gründen der Bequemlichkeit und weil es meine erste Teilnahme ist, habe ich mir natürlich vorgenommen, in meiner Muttersprache zu schreiben und frequentiere daher vor allem das deutschsprachige Subforum. Und da bin ich gleich mal auf eine sehr hilfreiche Auflistung von Fragen gestoßen, anhand derer man sein eigenes Machwerk etwa vorausplanen kann. Die Fragen (eine für jeden Tag im Oktober) beziehen sich auf verschiedene Aspekte des zu entstehenden Romans; die ersten Fragen bezogen sich auf den Protagonisten, die nächsten auf seinen Gegenspieler (und natürlich braucht ein Fantasy-Roman einen Bösewicht ^^), die Fragen der aktuellen Woche hingegen fokussieren sich auf die Welt bzw. das Setting, in dem der Roman stattfindet.
Ich bin natürlich für die Fragen ein bisserl spät dran (irgendwas ist ja immer), möchte die aber dennoch benutzen, um mich auf den November schon mal anständig vorzubereiten. Vielleicht werde ich die Antworten auf die Fragen hier im Blog verewigen, das weiß ich aber noch nicht. Bevor ich damit loslege, versuche ich mich aber lieber an einer kurzen Zusammenfassung dessen, was mir jetzt schon vorschwebt.
Setting wird natürlich meine eigene Welt Tetheril sein, damit ich mit dieser Welt wenigstens einmal etwas produktives angestellt habe. Außerdem kann ich dann das Schreiben gleich mit etwas Worldbuilding verbinden, dass ich dann sogar auf Papier bzw. in elektronischem Format vorliegen habe, schlage also 2 Fliegen mit einer Klappe. Zeit des Romans wird in einer etwas späteren Ära des Settings sein, in der sich die Menschen wieder auf Veldenien, dem einst von der Menschheit nach einer großen Katastrophe verlassenen Kontinent, nieder gelassen haben. Die Zeit entspricht in etwa unserem Mittelalter, die Menschen leben weitestgehend in Frieden, Monster u. ä. werden allgemein als Phantasieprodukte abgetan und spielen nur in den Legenden und Mythen der Menschheit eine Rolle.
In dieser Zeit wird ein junger Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der im Versuch, sich auf der sozialen Leiter nach oben zu arbeiten, als Informant für den königlichen Geheimdienst arbeitet, in eine Reihe mysteriöser Verbrechen verwickelt. Im Laufe der Ermittlungen muss er feststellen, dass diese Verwicklung nicht ganz so zufällig geschieht, wie es zuerst den Anschein hat, und er selbst ein potentielles weiteres Opfer ist. Auf der Suche nach den Gründen und dem Motiv des Täters findet der Ermittler einige Dinge heraus, die nicht nur sein eigenes, sondern auch das Weltbild seines Volkes völlig auf den Kopf zu stellen geeignet sind, und die einen größeren Konflikt andeuten, der (sofern ich soweit komme) in späteren Fortsetzungen des Romans eine Rolle spielen könnte
Ich will an dieser Stelle noch gar nicht zu viel verraten, aber Leser meines Blogs werden das ein oder andere Element des Romans (so sie diesen jemals zu sehen bekommen) in früheren Blogbeiträgen wieder erkennen können. Im Endeffekt verwurschte ich Ideen, die ich schon mal in Rohform zu Papier gebracht habe, bzw. die ich schon längere Zeit in meinem Kopf umherschleppe. Ich starte also nicht komplett bei Null, was mir hoffentlich eine Hilfe beim Erreichen des großen Ziels, den 50.000 Worten sein sollten. Jetzt bin ich aber erstmal froh, die 1000 Worte für heute hinbekommen zu haben.