[Rezension] Steven William Hannah – Icebreaker

Icebreaker ist der erste Band der Interloper-Trilogie aus der Feder von Steven William Hannah und spielt in einer dystopischen Zukunft in Schottland. Die Welt wurde durch den sogenannten Kataklysmus nahezu zerstört, und die wenigen Überlebenden leben in weit verstreuten Enklaven, ständig bedroht durch das „Phänomen“, ein zufällig auftretendes Ereignis, dass die davon betroffenen Menschen in den Wahnsinn treibt und auf diese Weise tötet. Reisen zwischen den Enklaven sind hochgefährlich und nahezu unmöglich und nur die Crawler, besonders geschützte Züge,halten die Verbindung und den Handel zwischen diesen aufrecht. Die Gesellschaft hat sich weitestgehend zwei apokalyptischen Religionen gespalten, dem Christentum und dem Gaianismus, einer schamanistischen Tradition, die glaubt, dass die Erde selbst der Menschheit den Kampf angesagt hat und diese zu vernichten sucht.

Bear ist einer der wenigen Menschen, die keiner dieser Religionen anhängen, der junge Wissenschaftler sieht sich selbst als Rationalist und versucht mit seiner Forschung, das Mysterium hinter dem Phänomen, dass seinem Vater das Leben gekostet hat, zu enträtseln, und vielleicht sogar ein Gegenmittel dagegen zu entwickeln. Dabei wird er aber in eine Kette von Ereignissen hineingezogen, die nicht nur seine bisherige Forschung, sondern auch sein Weltband in Frage stellen werden.

Icebreaker ist rasant geschrieben, und auch wenn ich kein großer Fan der Gegenwartsform als Erzählform bin, ist das Buch tatsächlich stilistisch so gut geschrieben, dass es mir leicht fällt, darüber hinwegzusehen. Die Welt ist glaubwürdig beschrieben, eine große Stärke sind die verschiedenen Charaktere, die tatsächlich ihre eigene Stimme haben und leicht voneinander zu unterscheiden sind. Hannah schafft es hervorragend, den Horror der Ereignisse und die Reaktionen der Protagonisten darauf zu zeichnen und gerade gegen Ende steigt der Spannungsbogen so stark an, dass man das Buch kaum aus der Hand zu legen vermag. Und selbst die Motive des Schurken (natürlich gibt es einen), dessen Fähigkeiten viele anfangs beschriebenen Gewissheiten komplett über den Haufen werfen, hat eine fast sympathische Motivation, auch wenn die von ihm gewählten Methoden mehr als fragwürdig sind.

Insgesamt ein toller Roman, dessen vielleicht einzige Schwäche darin besteht, dass er die zu Beginn beschriebenen Religionskonflikte im späteren Verlauf etwas aus den Augen verliert und sie nur noch für verbales Geplänkel zwischen den Hauptcharakteren dienen. Da hätte man sicher etwas mehr draus machen können, ohne das Tempo des Romans erheblich zu drosseln. Ansonsten aber ein sehr spannendes Leseerlebnis, das Lust und Neugier auf die bereits erhältlichen Fortsetzungen macht.

Kommentar verfassen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..